IGV erhält europäische Auszeichnung

... bei den Entrepreneurial Awards 2019 in Helsinki

Preisvergabe

Frau Hartung und Frau Mayer bei der Preisverleihung in Helsinki

Am 16. Oktober 2019 wurden im Rahmen der European Vocational Skills Week 2019 (14.-18.10.2019) in Helsinki (Finnland) 33 Schulen aus 22 europäischen Ländern als „Entrepreneurial School 2019“ ausgezeichnet. Hierdurch wird die herausragende Arbeit der Schulen beim Fördern unternehmerischen Denkens in der Schule honoriert. Das Ilertal-Gymnasium Vöhringen (IGV) wurde vom Institut der Deutschen Wirtschaft (Köln) für diesen hoch angesehenen Preis nominiert.

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Das IGV hatte sich aufgrund seines besonderen Engagements in der ökonomischen Bildung schon seit längerem einen Namen gemacht. Im Jahr 2016 wurde die Schule vom Institut der Deutschen Wirtschaft als „Junior Premium Schule“ ausgezeichnet, da am IGV schon seit dem Jahre 1999 kontinuierlich Schülerfirmen gegründet worden sind. Im Jahr 2018 wurde das IGV im Rahmen des von der Landesarbeitsgemeinschaft SchuleWirtschaft Bayern initiierten Projekts mit dem „Berufswahl-SIEGEL“ (mit Trägerschaft Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft) zertifiziert, wodurch der Schule aufgrund einer externen Evaluation – mit anschießendem Audit – eine übergreifende und hervorragende Verankerung der Berufs- und Studienorientierung bescheinigt wurde. Die neue Auszeichnung „Entrepreneurial School 2019“ verdeutlicht den hohen Einsatz der Schule, unternehmerisches Denken und Handeln in den Schulalltag zu integrieren.
Erst nachdem das Institut der Deutschen Wirtschaft im April dieses Jahres das IGV für diese Auszeichnung vorgeschlagen hatte, konnten die entsprechenden Bewerbungsunterlagen erstellt werden. Der Fachbereich Wirtschaft und Recht unter der Leitung von Frau Studiendirektorin Petra Mayer stellte hierin das langjährig erprobte Konzept vor, wie die Schülerinnen und Schüler des IGV über die Schuljahre hinweg schrittweise an die Kompetenz unternehmerischen Denkens und Handelns herangeführt werden.
Während in Betriebserkundungen, Betriebspraktika (in Zusammenarbeit mit dem Liceo Albert Einstein in Piove die Sacco auch in Italien möglich) und dem Projekt „Schüler im Chefsessel“ (z. B. bei Peri, Weißenhorn) erste Beobachtungen im Vordergrund stehen, wird in Unternehmensplanspielen zunächst unternehmerische Entscheidungsfindung eingeübt. Im Rahmen der Übungsfirmenarbeit (10. Klasse am WWG – in Zusammenarbeit mit der Firma Lanwehr, Illertissen) werden schließlich ausgewählte Geschäftsprozesse durch stufenweises Bearbeiten von Belegen umgesetzt. In der Übungsfirma „Illertal Confiserie“ (www. Illertal-confiserie.de) werden Geschäfte mit anderen (auch ausländischen) Übungsfirmen getätigt, Datenbanken angelegt, Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellt, Steuern abgeführt u.v.m. In der 11. Jahrgangsstufe wird die Gründung einer Schülerfirma im Rahmen eines P-Seminars angeboten. Hier folgt also der Schritt in die Realität. Alle Geschäftsprozesse in einem Unternehmen werden nun tatsächlich ausgeführt und erlebt. Die Schüler entwickeln ihre eigene Geschäftsidee, akquirieren Kapitalgeber durch den Verkauf von Aktien, stellen ein Produkt her und vermarkten dieses. Es werden Löhne bezahlt und in der Preiskalkulation berücksichtigt. Auf den Hauptversammlungen stehen die „Jungunternehmer“ ihren Anteilseigner über ihre Geschäftstätigkeit Rede und Antwort und bezahlen Dividende aus. Weitere Bausteine des Konzepts sind  Wirtschaftsenglisch, Bewerbertraining, ein Besuch der AusbildungsScouts von der Firma Wieland und vor allem auch das Mentorenprogramm, bei welchem jedem teilnehmenden Schüler der 10. Klasse ein ganzes Schuljahr sein persönlicher Mentor aus dem Wirtschaftsleben zur Seite steht.
Das IGV überzeugte die Jury mit dieser hervorragenden Profilierung und wurde schließlich als einzige deutsche Schule (über alle Schultypen) für die diesjährige Auszeichnung mit dem hoch angesehenen internationalen Preis ausgewählt. Frau Petra Mayer und Frau Susanne Hartung reisten als Abordnung des IGV nach Helsinki. In Workshops wurde zunächst das Erfolgskonzept jeder vertretenen Schule vorgestellt. Anschließend wurden in Gruppenarbeiten mit Vertretern aus verschiedenen Nationen die besonderen Herausforderungen rund um das Integrieren unternehmerischen Denkens in den Schulalltag zusammengetragen. Es konnten viele interessante Einblicke gewonnen und vor allem auch Kontakte mit Lehrern aus anderen europäischen Ländern z. B. Schweden, Finnland, Italien, Österreich, Luxemburg, Griechenland, Bulgarien u.a. geknüpft werden. In einem äußerst feierlichen Rahmen überreichte schließlich Frau Caroline Jenner (CEO; JA Europe) den stolzen Schulabordnungen den Preis zusammen mit einer Urkunde.
Petra Mayer