Mit dem Zug zu den Anfängen der Menschheit

Der Titel stimmt zwar nicht ganz, denn im Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren kann man nicht die Anfänge der Menschheit ansehen, weil die Menschheit, also die Gattung Homo, bereits über 2,5 Millionen Jahre alt ist. Wir, die modernen Menschen, tummelten uns erdgeschichtlich gesehen noch gar nicht so lange auf der Welt, und schon gar nicht in Europa. Trotzdem beeindruckt es doch, wenn man erfährt, dass schon vor 40 000 Jahren Menschen am Rand der Eiszeitgletscher im Urdonautal lebten, übrigens der Homo Sapiens und der Neandertaler. Dementsprechend spektakulär sind auch die Funde, die in den Höhlen um Blaubeuren herum gemacht wurden.


Bei einem Gang durch das Museum erhielten die Schüler*innen der 6b und 6c, die die erste Gruppe einer dreimaligen Exkursion nach Blaubeuren bildeten, einen sehr anschaulichen Einblick in die Lebensweise unserer Vorvorvor…-fahren. Die sensationellsten Stücke waren im 1. Stock zu bewundern: die ältesten geschnitzten Tierfiguren der Welt, die ältesten Musikinstrumente der Welt, die älteste Frauenfigur der Welt, die Venus vom „Hohle Fels“, einer dieser genannten Höhlen.
Der Höhepunkt für die Schüler*innen stellt aber sicherlich der praktische Teil der Exkursion dar. Im Museumshof wurde ihnen zunächst noch vorgeführt, wie man in Europa ein steinzeitliches Feuer entfachte. Anschießend durften sie aber verschiedene Möglichkeiten der Feuererzeugung selbst ausprobieren, auch solche, die in anderen Kulturen verwendet wurden. Abschließend galt es, ein steinzeitliches Messer herzustellen, das natürlich keine Metallklinge, sondern eine aus Feuerstein hat, der aber genauso scharf ist, was ein Schüler unfreiwillig bestätigen konnte. Dazu musste – ebenfalls mit Feuerstein – eine Kerbe in ein vorbereitetes Rundholzstückchen geschabt werden – Was für eine Arbeit! – in die dann ein passender Feuersteinsplitter mithilfe eines Gemischs aus Harz und Bienenwachs „geklebt“ wurde.
Ein bisschen Ehrfurcht vor den handwerklichen und auch künstlerischen Leistungen der Steinzeitmenschen hat diese Exkursion den Schüler*innen sicherlich eingeflößt.